Hochzeit
Hochzeit

Kirchliche Hochzeit

Heiraten – das bedeutet, dass Mann und Frau ein Leben lang beieinander bleiben wollen. Sie lieben sich, haben gelernt, sich zu vertrauen, und entscheiden sich für ein gemeinsames Leben.

Sie sind auf ihrem Weg so weit, dass sie sagen können: „Ja, wir trauen uns ...“ Bei der Hochzeit bekennt sich das Paar öffentlich zueinander. Alle sollen es wissen und die Menschen, die dem Paar etwas bedeuten, sollen die Entscheidung mitfeiern.

Zwischen der standesamtlichen Heirat und der kirchlichen Trauung lagen vor zwanzig, dreißig Jahren in der Regel nur wenige Stunden. Das hat sich heute entscheidend geändert. Zivileheschließung und kirchliche Trauung gehören nicht mehr automatisch zusammen. Das Bewusstsein ist gewachsen, dass die kirchliche Hochzeit eine andere Bedeutung hat als die standesamtliche Eheschließung.

Menschen, die an Gott glauben, wissen um die Chancen und Bereicherungen, die ein Leben im Vertrauen auf Gott schenkt.Sie erfahren ihr Leben als sinnvoll. Sie wissen sich auch dann von Gott an-genommen, wenn sie leidvoll an Grenzen stoßen.Dieses Wissen und diese Erfahrung machen Mut, Ja zu einer Partnerin/Ja zu einem Partner zu sagen. Diese Paare wenden die christliche Glaubenshaltung, dass das Leben im Vertrauen auf die bedingungslose Zusage Gottes an die Menschen gelingt, ganz konkret auf einen wichtigen Lebensbereich an: das Leben als Paar. Die Worte der frohen Botschaft sind ihnen Richtschnur für ihr gemeinsames Leben.

Für die katholische Kirche ist die Ehe zwischen zwei Getauften ein Sakrament, ein „heiliges Zeichen“. Im Ehesakrament wird für die Kirche sichtbar, wie Gott sich zu uns Menschen verhält, wer Gott für uns ist. Seine Liebe und Treue zu den Menschen in Jesus Christus wird in der Liebe und Treue der Partner gegenwärtig.

In der kirchlichen Trauung bittet die ganze Festgemeinde mit ihren Liedern und Gebeten Gott darum, das Paar mit seiner Liebe zu segnen und ihm im Alltag beizustehen. Im Bund, den das Paar schließt, will Gott selbst gegenwärtig sein in besonderer und zeichenhafter Weise, um durch das Ehepaar seine Liebe und seinen Schöpfungswillen zu vergegenwärtigen.

Die Entscheidung zu einer kirchlichen Trauung erfordert einen freien und reifen Entschluss. Dieser muss von den Eheleuten selbst getroffen werden. Es kann auch ein Ausdruck von Ehrlichkeit sich selbst gegenüber sein, sich zunächst nicht kirchlich trauen zu lassen und die Entscheidung darüber noch weiter reifen zu lassen.

Die Seelsorgerinnen und Seelsorger beraten Sie in diesen Fragen gerne. Nehmen Sie Kontakt auf!

Viel Glück und Gottes Segen für Ihren gemeinsamen Lebensweg!

Die Feier der Trauung
Die Feier der Trauung

Die Trauung wird in Verbindung mit der Messe oder einem Wortgottesdienst gefeiert. Sie findet im Anschluss an die Predigt statt. Im Brautgespräch wird der Geistliche den Ablauf des Gottesdienstes und die Auswahl der Texte und Lieder besprechen.

Die Feier der Trauung wird wie folgt gefeiert:

Befragung nach der Bereitschaft zur christlichen Ehe

Die folgenden Fragen richtet der Zelebrant (von lateinisch celebrare für "feiern, preisen") zunächst an den Bräutigam, dann an die Braut.

Zelebrant: N., ich frage Sie: Sind Sie hierhergekommen, um nach reiflicher Überlegung und aus freiem Entschluss mit Ihrer Braut N./ ihrem Bräutigam N. den Bund der Ehe zu schließen?

Antwort: Ja.

Zelebrant: Wollen Sie Ihre Frau/ Ihren Mann lieben und achten und ihr/ ihm die Treue halten alle Tage ihres/ seines Lebens?

Antwort: Ja.

Die folgenden Fragen richtet der Zelebrant an beide Brautleute gemeinsam.

Zelebrant: Sind Sie bereit, die Kinder anzunehmen, die Gott Ihnen schenken will, und sie im Geiste Christi und seiner Kirche zu erziehen?

Antwort: Ja.

Zelebrant: Sind Sie bereit, als christliche Eheleute Mitverantwortung in der Kirche und in der Welt zu übernehmen?

Antwort: Ja.

Die Segnung der Ringe

Wenn die Ringe nicht bereits gesegnet sind, geschieht das jetzt. Sie werden auf einem Teller (Tablett) vor den Zelebranten gebracht. Dieser spricht darüber ein Segensgebet.

Die Vermählung

Die Brautleute können für die Erklärung des Ehewillens zwischen zwei Formen wählen:

  • dem Vermählungsspruch oder

  • der Vermählung durch das Ja-Wort.

Beide Formen sind mit dem Gegenseitigen Anstecken der Eheringe verbunden.

Vermählungsspruch

Zelebrant: So schließen Sie jetzt vor Gott und vor der Kirche den Bund der Ehe, indem Sie das Vermählungswort sprechen. Dann stecken Sie einander den Ring der Treue an.

Die Brautleute wenden sich einander zu.

Der Bräutigam nimmt den Ring der Braut und spricht: N., vor Gottes Angesicht nehme ich dich an als meine Frau. Ich verspreche dir die Treue in guten und bösen Tagen, in Gesundheit und Krankheit, bis der Tod uns scheidet. Ich will dich lieben, achten und ehren alle Tage meines Lebens.

Der Bräutigam steckt der Braut den Ring an und spricht: Trag diesen Ring als Zeichen unserer Liebe und Treue: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Danach nimmt die Braut den Ring des Bräutigams und spricht: N., vor Gottes Angesicht nehme ich dich an als meine Frau. Ich verspreche dir die Treue in guten und bösen Tagen, in Gesundheit und Krankheit, bis der Tod uns scheidet. Ich will dich lieben, achten und ehren alle Tage meines Lebens.

Die Braut steckt dem Bräutigam den Ring an und spricht: Trag diesen Ring als Zeichen unserer Liebe und Treue: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Vermählung durch das Ja-Wort

Der Zelebrant fordert die Brautleute auf, durch das Ja-Wort ihren Ehewillen zu erklären: So schließen wir jetzt vor Gott und vor der Kirche den Bund der Ehe, indem Sie das Ja-Wort sprechen. Dann stecken Sie einander den Ring der Treue an.

Die folgenden Texte werden zunächst vom Zelebranten und Bräutigam und anschließend vom Zelebranten und der Braut gesprochen.

Zelebrant: N., ich frage Sie vor Gottes Angesicht: Nehmen Sie Ihre Braut N. an als Ihre Frau und versprechen Sie, ihr die Treue zu halten in guten und bösen Tagen, in Gesundheit und Krankheit, und sie zu lieben, zu achten und zu ehren, bis der Tod Sie scheidet?

Antwort: Ja.

Zelebrant: Nehmen Sie den Ring, das Zeichen ihrer Liebe und Treue, stecken Sie ihn an die Hand ihrer Braut und sprechen Sie: "Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes".

Der Bräutigam nimmt den Ring, steckt der Braut den Ring an und spricht: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Zelebrant: N., ich frage Sie vor Gottes Angesicht: Nehmen Sie Ihren Bräutigam N. an als Ihren Mann und versprechen Sie, ihm die Treue zu halten in guten und bösen Tagen, in Gesundheit und Krankheit, und ihn zu lieben, zu achten und zu ehren, bis der Tod Sie scheidet?

Antwort: Ja.

Zelebrant: Nehmen Sie den Ring, das Zeichen ihrer Liebe und Treue, stecken Sie ihn an die Hand ihres Bräutigams und sprechen Sie: "Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes".

Die Braut nimmt den Ring, steckt dem Bräutigam den Ring an und spricht: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Bestätigung der Vermählung

Zelebrant: Reichen Sie einander die rechte Hand. - Gott der Herr hat Sie als Mann und Frau verbunden. Er ist treu. Er wird zu Ihnen stehen und das Gute, das er begonnen hat, vollenden.

Der Zelebrant legt die Stola um die ineinandergelegten Hände der Brautleute. Er legt seine rechte Hand darauf und spricht: Im Namen Gottes und seiner Kirche bestätige ich den Ehebund, den sie geschlossen haben.

Der Zelebrant wendet sich an die Trauzeugen und an die übrigen Versammelten und spricht: Sie aber, N. und N. (die Trauzeugen), und alle, die zugegen sind, nehme ich zu Zeugen dieses heiligen Bundes. "Was Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen" (Matthäus 19,6).

FAQ´s zur kirchlichen Hochzeit

Gibt es Bedingungen für die katholische Trauung?

In der Regel müssen Sie vorher standesamtlich heiraten. Seit 2009 ist auch eine rein kirchliche Trauung gestattet. Diese ist allerdings zivilrechtlich nicht anerkannt und bedarf der Genehmigung durch den zuständigen Bischof. Bei einer katholischen Trauung muss wenigstens einer der Partner der katholischen Kirche angehören.

Wann müssen wir uns mit dem Pfarrer in Verbindung setzen?

Am besten ein Jahr – spätestens aber ein halbes Jahr – vor der geplanten Hochzeit. Dann bleibt genug Zeit für das Traugespräch und die gemeinsame Gestaltung der kirchlichen Trauung. Zuständig ist der Pfarrer der Wohnortpfarrei von Braut oder Bräutigam.

Können wir auch woanders heiraten?

Ja, der Heimatpfarrer stellt dann eine "Überweisung" (= Traulizenz) aus. Allerdings müssen Sie sich selber um einen anderen Pfarrer oder Diakon kümmern und klären, ob zu Ihrem Wunschtermin die Kirche oder Kapelle frei ist.

Was brauchen wir zur Anmeldung der Trauung?

Die Personalausweise und die Taufbescheinigungen. Letztere dürfen aber nicht älter als sechs Monate sein und werden vom jeweiligen Taufpfarramt ausgestellt. Wichtig: Stammt einer der Partner aus dem Ausland, kann die Beschaffung der Taufbescheinigung länger dauern. Am besten kümmern Sie sich in diesem Fall frühzeitig darum. Ist ein Partner nicht katholisch, braucht der Pfarrer einen Ledigennachweis vom Einwohnermeldeamt.

Müssen wir gefirmt sein?

Grundsätzlich nicht, aber der Pfarrer wird mit Ihnen über die Bedeutung der Firmung sprechen und Sie vielleicht ermuntern, sich vor der Hochzeit firmen zu lassen.

Was passiert beim Traugespräch?

Der Pfarrer spricht mit Ihnen über die Bedeutung der kirchlichen Trauung und des katholischen Eheverständnisses. Keine Sorge: Das ist kein Verhör, sondern ein lockeres Gespräch in angenehmer Atmosphäre. Während des Gespräches, besser noch bei einem zweiten Termin, sprechen Sie mit dem Pfarrer über die Form und die Gestaltung der Feier.

Dürfen wir bei der Gestaltung der Traufeier Wünsche äußern?

Sie dürfen nicht nur, Sie sollten es auch. Jeder Pfarrer ist froh, wenn das Brautpaar sich selber Gedanken über Texte, Lieder, Fürbitten und Riten macht. Anregungen dazu finden Sie in weiteren Beiträgen dieses Dossiers.

Was sind Ehevorbereitungsseminare?

Sie werden unabhängig vom Traugespräch angeboten und sind eine gute Gelegenheit, sich gemeinsam mit anderen Paaren und erfahrenen Seminarleitern über das Thema Ehe auseinanderzusetzen und wichtige Fragen zu besprechen. Denn dazu bleibt im ganzen Vorbereitungstrubel oft keine Zeit. In der Regel werden die Seminare von katholischen Bildungshäusern angeboten. Informationen erhalten Sie beim Ehe- und Familienreferat Ihres Bistums.

Wie viele Trauzeugen brauchen wir – und müssen diese katholisch sein?

Sie brauchen zwei Trauzeugen. Das Alter oder die Konfession spielt keine Rolle.

Mein Verlobter ist evangelisch, ich bin katholisch. Wie können wir heiraten?

Sie können katholisch heiraten, müssen dann aber versprechen, dass Sie Ihre Kinder katholisch taufen lassen und in Ihrem Glauben erziehen werden. Eine andere Möglichkeit ist die gemeinsame kirchliche Trauung (ökumenisch) – entweder in der katholischen Kirche mit Beteiligung des evangelischen Pfarrers oder in der evangelischen Kirche mit Beteiligung des katholischen Geistlichen.

Kann ich als Katholikin einen konfessionslosen Mann heiraten?

Ja, das können Sie. Es gelten aber die gleichen Regeln wie für den Fall, dass Ihr Verlobter einer anderen Religion als dem Christentum angehört. Die Erlaubnis aus dem Generalvikariat Ihres Bistums für die Schließung einer religionsverschiedenen Ehe ist zudem meist nur eine Formalität, die schnell erledigt ist.

Mein zukünftiger Mann ist geschieden. Können wir trotzdem kirchlich heiraten?

In der Regel nicht, denn die Ehe genießt durch das Recht der Kirche einen besonderen Schutz. Es kann jedoch sein, dass die erste Ehe Ihres Partners nach katholischem Verständnis nicht gültig geschlossen wurde. Dann könnte sie im Nachhinein annulliert werden. Vertrauen Sie sich am besten Ihrem Pfarrer an.

Ist eine katholische Trauung auch möglich, wenn einer der Partner aus der Kirche ausgetreten ist?

Ja, denn die Taufe ist auch nach dem Austritt aus der Kirche gültig. Bei der Trauung gelten dann aber die gleichen Regeln wie bei einer konfessionsverschiedenen Ehe: Der katholische Partner verspricht, die Kinder taufen zu lassen und in seinem Glauben zu erziehen.