Firmung
Firmung

Firmung

Die Firmspendung will die Taufe vollenden und besiegeln, sie gehört neben Taufe und Eucharistie zu den Einführungssakramenten (Initiation). Das Zweite Vatikanische Konzil sagt: „Durch das Sakrament der Firmung (lat.: = confirmatio; griech.: = myron) werden die Getauften vollkommener (als durch die Taufe) mit der Kirche verbunden; sie werden reich ausgestattet durch eine besondere Kraft des Heiligen Geistes, und sie werden strenger verpflichtet, den Glauben als wahre Zeugen Christi in Wort und Tat zu verbreiten und zu verteidigen.“

Die Spendung der Firmung geschieht, wie das Neue Testament berichtet, durch Handauflegung, wobei der Bischof spricht: „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.“ Aus dem Osten kam der Gebrauch des Öles hinzu, die Salbung mit dem Chrisam.

Spender der Firmung ist der Bischof, der auch einen Priester beauftragen kann.

Der Firmling wird durch einen Paten begleitet, der selbst gefirmt sein muss. Eltern können aber auch selber ihre Kinder zur Firmung führen.

Wann der richtige Zeitpunkt für den Empfang der Firmung ist, wird heute viel diskutiert. Im 13. Jahrhundert wurde die Firmung, die bis dahin gleich nach der Taufe gespendet wurde, auf das siebte Lebensjahr verschoben.

Die Praxis in Deutschland zielt heute auf einen Zeitpunkt gegen Ende des Pflichtschulbesuches als Entlassung ins tätige Leben. In unserer Gemeinde werden die Jugendlichen meistens im 9./10. Schuljahr gefirmt.

Theologischer Hintergrund

Die Firmung gehört zu den Sakramenten der Initiation, das heißt der Aufnahme in die Kirche. Das was in der Taufe die Eltern und Paten für das Kind bestimmt haben, nämlich, dass es zur katholischen Kirche gehören soll, dass bestimmt der Jugendliche oder Erwachsene in der Firmung nun selbst: Möchte ich ein Christ sein und zu dieser Gemeinschaft gehören?

In der Firmung erfährt die Person Gottes Kraft, den Heiligen Geist. Gott verteilt an dem Tag der Firmung in besonderer Weise seine Gaben:

  • Weisheit - damit du nicht wegen unwichtiger Dinge aus der Haut fährst.
  • Einsicht - damit du einsiehst, dass immer gut ist, was Gott mit dir vorhat.
  • Rat - damit dir in schwierigen Fällen eine Lösung einfällt.
  • Stärke - ddamit du auch Schwierigkeiten verkraftest.
  • Erkenntnis - damit du erkennst, was richtig und falsch, gut und böse ist.
  • Frömmigkeit - damit du immer mit Gott in Kontakt bleibst.
  • Gottesfurcht - damit du nie anfängst zu denken, Menschen könnten so groß wie Gott sein.


Während der Feier der Firmung tritt jeder Firmling mit seinem Paten nach vorne und nennt dem Firmspender seinen Namen. Der Bischof legt ihm die Hand auf den Kopf und zeichnet mit Chrisam ein Kreuz auf seine Stirn. Dabei spricht er: N., sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.

Diese Handlung beinhaltet drei wichtige Zeichen: Die Handauflegung, die Salbung und die Besiegelung:

Die Handauflegung

Wenn ich jemandem die Hand auf die Schulter lege, möchte ich ihm zeigen, dass ich zu ihm stehe, dass er mit mir rechnen kann. Wenn ein Vater seinem Kind die Hand auflegt, so zeigt er damit an, dass er es annimmt und es beschützt. Im Alten Testament bedeutet das Auflegen der Hände darüber hinaus, den Segen Gottes weitergeben. Im Neuen Testament lesen wir, wie Jesus den Kindern die Hände auflegt und sie segnet (Markus 10, 16). Durch das Auflegen der Hände wurde auch die Vollmacht zu wichtigen Diensten weitergegeben.
Die Handauflegung durch den Firmspender bei der Firmung will ausdrücken: Gott schützt dich. Gott segnet dich und steht zu dir. Gott beauftragt dich, als Christ zu leben.

Die Salbung

Ein weiteres Zeichen der Firmung ist die Salbung mit Chrisam. Chrisam ist eine Mischung aus Olivenöl und Balsam und wird am Gründonnerstag vom Bischof geweiht. Die Salbung ist zunächst ein Zeichen der Heiligung und Kräftigung. So werden Wunden gesalbt, damit sie besser heilen. Schon im Alten Testament ist die Salbung Zeichen für die Anwesenheit Gottes. Könige, Priester und Propheten wurden deshalb gesalbt. Gottes Geist sollte ihnen die Kraft geben, das Volk nach dem Willen Gottes zu führen. So wird auch Jesus im Neuen Testament der "Christos", d.h. der Gesalbte, gennant. "Gesalbter" heißt im Griechischen "Christos", im Hebräischen "Messias". Mit der Zeit wurde der Ehrentitel "Christos" für Jesus zum Eigennamen: Jesus Christus.
Bei der Taufe wird das Kind durch die Salbung zu einem Christen. Die Salbung bei der Firmung macht deutlich, dass die erste Salbung zum Christen bei der Taufe nun der Person selbstverantwortlich bestätigt und übernommen wird.

Die Besiegelung

Bei der Firmung spricht der Bischof: "Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist." Dabei macht er ein Kreuzzeichen auf die Stirn. Dieses Kreuz haben bei der Taufe neben dem Priester auch die Eltern und Paten zum ersten Mal auf die Stirn des Kindes gezeichnet. Sie wollten damit zum Ausdruck bringen, dass sie durch ihr persönliches Leben den Segen Gottes weitergeben wollen. Viele Eltern machen auch später ihrem Kind ein Kreuzzeichen auf die Stirn, wenn es zur Schule geht oder für längere Zeit verreist.
In er Besiegelung soll die unverbrüchliche Treue Gottes zum Ausdruck kommen. So wie ein Siegel das Geschriebene beglaubigen, vor Fälschung schützen, seine Echtheit garantieren und die Unversehrtheit bewahren soll, so schützt und bewahrt und Gott selbst durch seinen Geist, den Christus uns gegebben hat. Paulus schreibt im Brief an die Epheser: "Durch Christus habt ihr das Siegel des verheißenen Heiligen Geistes empfangen, als ihr den Glauben annahmt." (Epheser 1,13).
Das christliche Leben, das wir mit der Taufe übernommen haben, wird also durch die Firmung noch einmal besiegelt und beglaubigt. Gott nimmt seine Zusage nicht zurück. So sagt man auch, die Firmung prägt uns ein "unsauslöschliches Merkmal" ein. Deshalb kann die Firmung - wie auch die Taufe - nur einmal im Leben empfangen werden.